Miles & More

Man muss Miles Davis nicht mögen. Ich habe (bislang) keinen rechten Zugang zu seiner Musik gefunden, unabhängig von seinen verschiedenen Schaffensphasen. Vielleicht liegt der „Fehler“ bei mir. Wahrscheinlich. Sicher.

Was man aber nicht kann und darf, ist seinen Einfluss zu unterschätzen. Das ist eigentlich auch nicht möglich. Zu oft hat er dem Jazz einen Impuls in eine neue Richtung gegeben. „Bitches Brew“ und „In a silent way“ sind da nur zwei Beispiele.

Genauso wichtig ist aber, wie viele sensationelle Musiker er gefunden und in seiner Band geformt hat. Und dabei rede ich nicht nur von denen, die später selbst Superstars des Genres wurden, also nicht von Hancock, Zawinul, Cobham, McLaughlin oder Branford Marsalis (um nur einige Beispiele zu nennen).

Genauso stark hat er gerade die jüngere Fusion-Szene durch seine „Epigonen“ geprägt – Musiker, die weniger sichtbar in seinem Windschatten gesegelt sind, aber von Davis – so ihre eigene einhellige Meinung – entscheidend profitiert haben.

Ich rede hier zum Beispiel von Mike Stern, Marcus Miller, John Scofield (ok, die beiden passen auch in die „Superstar“-Kategorie). Oder auch von Bob Berg. Nie gehört? Das kann daran liegen, dass Berg tragischerweise schon 2002 bei einem Verkehrsunfall auf Long Island ums Leben kam. Davor aber hat er mit einigen Alben den modernen Fusion-Sound diesseits von Smooth Jazz mitgeprägt. Nicht so sehr auf dem Miles-Davis-Album „You´re under arrest“ – ja, das ist das mit „Time after Time“ von Cindy Lauper. Sondern mehr mit seinen eigenen Scheiben wie „Back Roads“ oder „In the Shadows“. Berg hat dabei auch einen meiner persönlichen Favoriten unter den Fusion-Balladen geschaffen: „Back Home“ vom Album „Cycles“. Zusammen mit besagtem Mike Stern und Dennis Chambers am Schlagzeug bringt er eine Drei-Uhr-Früh-Stimmung zwischen Melancholie und Freude mit einigen wenigen Akkordwechseln auf den Punkt.

Und natürlich galt auch für Berg: Fusion-Stars zeigen oft erst auf der Bühne, was in dieser Musik steckt. Hier, ebenfalls mit Stern und Chambers:

 

Fazit: Wer mit Miles Davis selbst nicht warm wird, sollte sich an seine Mitspieler halten. Da finden sich fast nur Perlen.

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