Killer Tunes (1): Imperial Strut

Sie haben es nicht so mit klassischer Musik? Trotzdem kennen Sie den „Hummelflug“ von Rimski-Korsakov. Und man muss kein Geiger sein, um zu wissen: Nur bei echten Könnern klingt dieses Stück nicht wie eine Rekordjagd, sondern wie Musik.

So ähnlich ist es auch mit „Imperial Strut“ von den Yellowjackets. Ich bin kein Pianist – trotzdem ist mir klar, dass man schon eine sehr geschmeidige rechte Hand braucht, um dieses Lick wirklich „imperial“ fließen zu lassen. Und wer sich erst einen Knoten in den Gehörgang hinein- und dann wieder hinausgehört hat, ist überzeugt: Russell Ferrante kann das.

Die Yellowjackets sind berühmt dafür, eine der wenigen puren Fusion-Bands zu sein. Keine konvertierten Jazzer, keine ambitionierten Rocker. Sondern ein Quartett von virtuosen Profis, die es seit 40 Jahren schaffen, die Grenzen der Eingängigkeit mit sperrigen Melodien und Rhythmen auszuloten.

Imperial Strut erschien 1981 gleich auf ihrem ersten Album – das eigentlich aus einem Demoband entstand, aber bald Kultstatus erreichte. Und es ist ein perfektes Beispiel dafür, was Fusion ausmacht. Die Melodie mitsummen? Eher nicht. Mit dem Fuß mitwippen? Nur, wenn der Fuß sich sehr gut mit Synkopen auskennt… Also schräge, intellektuelle Musik? Eben doch nicht. Das liegt zum einen an der Blues-Gitarre von Robben Ford. Vor allem aber daran, dass sich der Piano-Hummelflug immer wieder in melodiösen Passagen entspannt.

Keine Diskussion: ein Klassiker. Den die Yellowjackets nicht umsonst bis heute gerne spielen – und auch immer wieder neu aufnehmen. Zum Beispiel erst 2020 mit der WDR Big Band. Extrem hörenswert – auch wenn von der 1981-er Band nur noch einer übrig ist. Aber das ist eben der Mann mit der rechten Zauberhand, Russell Ferrante.

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